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Mangalarga
Marchador - Die sanfte Art zu reiten Die
Mischung aus Menschenfreundlichkeit, Gelehrigkeit und Arbeitseifer, die der
Mangalarga Marchador mitbringt, wird -nach der Marcha- als zweitwichtigste
Eigenschaft dieser Pferderasse angesehen. Die Marcha ist (neben Schritt und
Galopp) die dritte Gangart der Marchadores. Sie gab der Rasse den zweiten Teil
ihres Namens. Die Marcha sollte bei geringer reiterlicher Einwirkung zu reiten
sein. Manipulationen oder "Eintölten" (d.h. zum reinen Viertakt
verschieben) sollten nicht vorkommen. Die Marcha wird in zwei Varianten
unterteilt: die zum Trab hin verschobene "Marcha Batida" und die
"Marcha Picada", ein reiner Viertakt, bei dem eine Verschiebung zum
Pass noch als tolerierbar gilt. Beide Varianten weisen dieselbe Fußfolge auf, nämlich
laterale und diagonale Zweibeinstützen immer im Wechsel mit Dreibeinfußungen.
Einbeinstützen (wie im Tölt der Islandpferde) sind nicht Bestandteil einer
korrekten Marcha. Eigentlich sollte die Marcha den Trab ersetzen. Dennoch zeigen
Marchadores im Freilauf oder unter dem Sattel immer ihn immer wieder. Ob der
Trab geritten –und in der Zucht gefördert- werden sollte, darüber gibt es
unterschiedliche Ansichten. Viele europäische Züchter und Reiter halten sich
hierbei an das aus Brasilien übernommene Zuchtziel, welches reinen Trab (und
nicht die bis ins äußerste verschobene Batida) als Ausschlusskriterium für
die Zucht sieht. Dementsprechend reiten sie ihre Pferde nicht im Trab und fördern
diesen Gang nicht weiter. So gebe es auch weniger Probleme mit der
„Gangschaltung“ als bei anderen Rassen. Andere Marchador-Freunde berichten
davon, dass ihre Pferde gut traben können und sie diese Gangart bewusst reiten. Ein
guter Marchador verfügt über Ausdauer bei mittlerem Tempo, Regelmäßigkeit
des Ganges, viel Raumgriff und flache Aktion der Vorhand. Spektakuläre Gänge
sind eigentlich nicht erwünscht, da sie auf Kosten der Ausdauer gehen würden. Marchadores
sind familienfreundliche Freizeitpferde nicht nur für Geländeritte. Ihr
Charakter und ihre Gänge machen sie auch als Therapiepferde nutzbar, im
Westernsport oder auf Distanzritten. Aufgrund ihrer Vorfahren (Berber) beweisen
viele Marchadores im Dressurviereck große Begabung. Für einen Reiter, der ein
spektakuläres Gangpferd will, ist der Mangalarga Marchador allerdings eindeutig
die falsche Wahl. Wer ein Tier dieser Rasse kauft, bekommt ein umgängliches,
menschenbezogenes Gebrauchspferd in „handlicher“ Größe (Stockmaß
zwischen 1,46m und 1,57m). Dazu bringt es ein angenehmes Temperament mit und ist
unkompliziert im Umgang. Marchadores
kann man selbstverständlich im Offenstall mit Artgenossen oder in der Box mit
Auslauf halten. Die meisten Rassevertreter sind recht leichtfuttrig. Schon
deshalb empfiehlt sich dosierter Weidegang bei reichlicher Raufuttergabe. Ein
Marchador im normalen Freizeiteinsatz braucht meistens gar kein Kraftfutter. Der
deutsche Winter macht ihnen, trotz ihrer brasilianischen Vorfahren, nichts aus.
Bei entsprechender Haltung entwickeln sie wie alle Rassen genügend Fell und fühlen
sich draußen pudelwohl. Übrigens:
Wer sein brasilianisches Gangpferd -so wie im Heimatland- auf Turnierprüfungen
vorstellen möchte, kann dies bei der IGV (Internationale Gangpferdevereinigung
e.V.) in Prüfungen wie Trail, Rittigkeit, Naturtölt und Mehrgang tun. In der
Gangpferde-Szene finden sich auch Trainer, die einem bei der Ausbildung
behilflich sein können. (Karen Diehn)
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